Einleitung

Beim FLL Robot-Game treten die Teams mit ihren vorab aus LEGO Teilen gebauten und programmierten Robotern an. Innerhalb von 2½ Minuten versuchen sie, auf dem ca. 2 qm großen FLL Spielfeld so viele Punkte wie möglich zu erzielen. Der Roboter muss autonom agieren, alle Bewegungen müssen selbständig durch das Programm gesteuert werden. Fernbedienungen sind nicht erlaubt.

Bei allen Wettbewerben der jeweiligen Saison werden weltweit die gleichen Spielfelder und Aufgaben verwendet. Sowohl die Art und Weise als auch die Reihenfolge, in der die Aufgaben gelöst werden sollen, sind nicht vorgeschrieben. Demzufolge sehen die Roboter aller Teams unterschiedlich aus, außer dass sie alle aus LEGO gebaut sein müssen.

Grundlegende Prinzipien

GP01 – Freundliches Miteinander
  • Ein FLL Wettbewerb soll fair ablaufen.
  • Ihr behandelt alle Menschen mit Respekt und Freundlichkeit, während ihr euch schweren Herausforderungen stellt.
  • Wenn ihr an FLL nur teilnehmt, um einen Roboterwettbewerb zu gewinnen, seid ihr an der falschen Stelle.

 

GP02 – Auslegung
  • Wenn ein Detail nicht erwähnt ist, dann spielt es auch keine Rolle.
  • Der Robot Game Text ist wörtlich zu verstehen. Was nicht geschrieben steht, gilt auch nicht.
  • Wenn ein Wort nicht in der Spielbeschreibung definiert ist, dann gilt seine allgemeine/lexikalische Bedeutung.
GP03 – Vorteil im Zweifelsfall
  • Wenn der Schiedsrichter eine sehr schwierige Entscheidung treffen muss und kein offizielles Dokument unterstützend herangezogen werden kann, erhaltet ihr den „Vorteil im Zweifelsfall“.
  • Diese wohlwollenden Zugeständnisse dürfen nicht strategisch verwendet werden.
GP04 – Abweichungen
  • Unsere Partner und Freiwilligen versuchen, alle Spielfelder korrekt und identisch aufzubauen, aber ihr solltet immer auf kleine Mängel und Unterschiede vorbereitet sein.
  • Abweichungen können beispielsweise die Beschaffenheit der Banden, der Tischoberflächen bzw. der Spielfeldmatten sowie die Beleuchtung betreffen.
  • Top-Teams sind sich dessen bewusst und entwerfen dementsprechend ihren Roboter und ihre Programme.
  • Fragen zu den Wettbewerbsbedingungen bei bestimmten FLL Regionalwettbewerben, sollten direkt an die Organisatoren vor Ort gerichtet werden. Die Kontaktdaten befinden sich auf der jeweiligen FLL Regionalwebseite.
GP05 – Vorrangstellung

Definitionen

D01 – Match
  • Ein „Match“ findet statt, wenn zwei Teams an zwei Spielfeldern, die an den Nordseiten aneinander gelegt sind, zum Spiel antreten.
  • Ein Match dauert 2 ½ Minuten. Die Stoppuhr wird niemals angehalten.
  • Dabei startet euer Roboter ein- oder mehrmals aus der Base und versucht, so viele Aufgaben wie möglich, zu erfüllen.
D02 – Aufgabe
  • Eine „Aufgabe“ ist eine Chance mit dem Roboter, Punkte zu sammeln.
  • Die Aufgaben sind als Anforderungen formuliert.
  • Die meisten Ergebnisse müssen für den Schiedsrichter am Ende des Matchs sichtbar sein.
  • Einige Ergebnisse sind Aktionen, die vom Schiedsrichter beobachtet/genehmigt werden müssen, während sie passieren.
  • Wenn eine Aufgabe mehrere Anforderungen hat, müssen alle erfüllt sein -  ansonsten gibt es keine Punkte.
D03 – Material
  • „Material“ ist alles, was ihr zu einem Match mitbringt und für die Erfüllung der Aufgaben benötigt.
D04 – Roboter
  • Euer „Roboter“ ist euer programmierbarer LEGO MINDSTORMS Controller und sämtliches Material, das ihr per Hand mit ihm verbindet und sich nicht allein, sondern nur per Hand, von ihm lösen kann.
D05 – Aufgabenmodell
  • Jedes LEGO-Objekt, welches sich bereits auf dem Spieltisch befindet, wenn ihr zum Match antretet, ist ein „Aufgabenmodell“.
  • Aufgabenmodelle sind nicht das gleiche wie „Material“.
D06 – Spielfeld
  • Das „Spielfeld“ ist die Spielumgebung des Roboters. Es besteht aus einer Matte, die auf einem von Banden umgebenen Tisch liegt, und den Aufgabenmodellen.
  • Die „Base“ ist Teil des Spielfelds.
  • Für vollständige Einzelheiten siehe Spielfeldaufbau und Platzierung „Aufbau & Platzierung“.
D07 – Base
  • Die "Base" ist der Raum direkt über dem größeren Viertelkreisbereich, in der südwestlichen Ecke des Spielfeldes.
  • Die Base erstreckt sich von der äußeren gekrümmten Linie nach Süden und Westen bis zur Bande und hat keine Höhenbegrenzung.
  • Die folgenden Abbildungen definieren die Begrifflichkeiten "vollständig in" in Bezug auf die Base, gelten aber auch für jeden anderen Bereich.
D08 – Start
  • "Start“ bedeutet, das Losschicken eures Roboters, nachdem ihr ihn vorbereitet habt.
D09 – Unterbrechung
  • Wenn ihr nach dem Start mit dem Roboter agiert, ist das eine „Unterbrechung“.
D10 – Transport
  • Der Roboter „transportiert“ etwas, wenn er es mit dem offensichtlichen Ziel berührt, es zu nehmen, zu verschieben oder auszulösen.

Materialien, Software und Menschen

R01 - Materialien
  • Alle Materialien müssen komplett aus LEGO-Bauteilen in Originalausführung gefertigt sein.
  • Außer:LEGO-Bindfäden und LEGO-Schläuche dürfen gekürzt werden.
  • Auf einem Papier geschriebene Programmierungsnotizen sind erlaubt (allerdings nur neben dem Spielfeldeld).
  • Farbige Markierungen zur Identifikation sind nur an nicht sichtbaren Stellen erlaubt.
R02 - Programmierbare Bausteine (Controller)
  • Je Match darf nur ein Controller verwendet werden.
  • Der Controller muss genau einem der unten stehenden Typen entsprechen (Ausnahme: farbliche Abweichungen)
EV3 NXT RCX

 

  • Alle anderen Controller müssen während des Matches im Teambereich verbleiben.
  • Jegliche Gegenstände, die wie Fernbedienungen funktionieren und/oder dem Daten- und Informationsaustausch mit dem Roboter dienen (u.a. Bluetooth), sind im Wettbewerbsbereich verboten.
  • Diese Regel begrenzt den Einsatz auf nur einen Roboter pro Match.
R03 - Motoren
  • Ihr könnt bis zu vier Motoren pro Match verwenden.
  • Jeder muss genau einem untenstehenden Typ entsprechen.
  • Ihr könnt mehrere Motoren eines Typs verwenden, aber insgesamt nicht mehr als VIER.
  • Alle anderen Motoren müssen während des Matches außerhalb des Wett­bewerbsbereiches bleiben. Es gibt keine Ausnahme.
EV3 large motor EV3 medium motor
EV3 “LARGE” EV3 “MEDIUM” NXT RCX

 

R04 - Externe Sensoren
  • Verwendet so viele externe Sensoren, wie ihr wollt.
  • Jeder muss genau einem untenstehenden Typen entsprechen.
  • Ihr könnt mehrere Sensoren des gleichen Typs verwenden..
EV3 TOUCH EV3 COLOR EV3 ULTRASONIC EV3 GYRO/ANGLE 
     
 NXT TOUCH  NXT LIGHT  NXT COLOR  NXT ULTRASONIC
 
RCX TOUCH RCX LIGHT RCX ROTATION  
R05 - Andere elektrische/elektronische Teile
  • Im Wettbewerbsbereich sind keine weiteren elektrischen/elektronischen Teile erlaubt, die in Verbindung mit der Erfüllung von Robot-Game-Aufgaben stehen.
  • Ausnahme: LEGO Drähte und LEGO Kabel aller Art inklusive Adapter sind erlaubt.
  • Ausnahme: Zulässige Stromquellen sind entweder ein Controller-Akku oder 6 AA Batterien.
R06 - Nicht-elektrische Elemente
  • Benutzt so viele nicht-elektrische LEGO Elemente, wie ihr wollt.
  • Ausnahme:Werksgefertigte, per Hand aufziehbare „Motoren“ sind nicht erlaubt.
  • Ausnahme: Zusätzliche bzw. Duplikate von Aufgabenmodellen, sind nicht erlaubt.
R07 - Software
  • Der Roboter darf nur mit der Software des Typs LEGO MINDSTORMS RCX, NXT, EV3 oder RoboLab (alle Versionen) programmiert werden.
  • Keine andere Software ist erlaubt.
  • Patches, Add-ons und neue Versionen der erlaubten Software der Hersteller (LEGO und National Instruments) sind erlaubt.
  • ABER: Toolkits inklusive dem LabVIEW Toolkit sind verboten
R08 - Techniker
  • Nur zwei Teammitglieder, die sogenannten „Techniker“, dürfen gleichzeitig am Spielfeld stehen.
  • Außer: In absoluten Notfällen dürfen auch andere Teammitglieder, für die Zeit der Reparatur, aushelfen.
  • Der Rest des Teams muss sich in dem von der lokalen Wettbewerbsleitung vorgeschriebenen Bereich aufhalten. Eine Ausnahme bildet die Möglichkeit, dass die Techniker jederzeit ausgetauscht werden können.

Robot-Game

R09 – Vor dem Match
  • Nachdem ihr rechtzeitig am Spielfeld angekommen seid, habt ihr mindestens eine Minute Zeit, um euch und euren Roboter vorzubereiten
  • Während dieser Zeit dürft ihr …
    • den Schiedsrichter bitten, Modelle und deren korrekten Aufbau zu überprüfen.
    • eure Licht- und / oder Farbsensoren kalibrieren
R10 – Handhabung während des Matches
  • Es ist nicht gestattet, auf Teile des Spielfeldes Einfluss zu nehmen, die sich nicht komplett in der Base befinden.
    • Außer: Ihr dürft den Roboter jederzeit unterbrechen.

    • Außer: Ihr dürft jederzeit und überall Teile des Roboters, die unabsichtlich abgefallen sind, aufnehmen.

  • Es ist nicht erlaubt etwas zu bewegen oder etwas auszulösen, so dass es die Base-Linie überquert, auch nicht teilweise.
    • Außer: Natürlich dürft ihr den Roboter starten.

    • Außer: Ihr dürft immer Dinge außerhalb des Spielfeldes bewegen, verwenden oder lagern.

    • Außer: Falls etwas ausversehentlich die Base-Linie überschreitet, nehmt es ruhig wieder zurück – kein Problem.

  • Alles was der Roboter verursacht (gut oder ungünstig) oder aus der Base heraus bewegt, bleibt wo es ist,  bis der Roboter es ändert. Nichts wird neu positioniert, um es erneut zu versuchen

R11 – Handhabung der Aufgabenmodelle
  • Es ist nicht erlaubt, Aufgabenmodelle auseinanderzunehmen, auch nicht kurzzeitig.
  • Wenn ihr ein Aufgabenmodell mit dem Roboter oder etwas anderem verbindet, muss die Verbindung so lose sein, dass auf Nachfrage, das Aufgabenmodell angehoben werden kann, ohne das etwas anderes mit angehoben wird.
R12 – Lagerung
  • Alles, was komplett in der Base ist, kann vom Spielfeld heruntergenommen und außerhalb des Spielfeldes, in Sichtweite des Schiedsrichters, gelagert werden.
  • Für alles, was außerhalb des Spielfeldes gelagert wird, gilt die Position „komplett in der Base“.
R13 – Start

Ein ordnungsgemäßer Start (oder Neustart) erfolgt so:

  • „STARTBEREIT“
    • Euer Roboter und alles, was bewegt oder benutzt werden soll, kann per Hand von euch beliebig aufgestellt werden. Alles muss sich dabei komplett innerhalb der Base befinden.
    • Der Schiedsrichter sieht eindeutig, dass sich nichts mehr in der Base bewegt und dass ihr nichts berührt.
  • „Los geht’s“
    • Berührt den Startknopf oder gebt ein Signal an einen Sensor weiter, damit ein Programm gestartet oder fortgeführt wird.
  • Der erste Start eines Matches: In diesem Fall ist der exakte Zeitpunkt für den Start, das letzte Wort oder letzte Ton des Countdowns. Beispiel: „3, 2, 1, LEGO!“, „Auf die Plätze. Fertig? Los!” oder “BEEEEP”.
R14 – Beeinflussung
  • Wenn ihr den Roboter beeinflusst, müsst ihr ihn sofort stoppen. Falls ihr möchtet, nehmt ihn in Ruhe auf und platziert ihn für einen Neustart.
  • Folgendes passiert mit dem Roboter und allem, was er transportiert hat, wenn er beeinflusst wird:
  • Roboter
    • Komplett in der Base: Neustart
    • Nicht komplett in der Base: Neustart + Strafe
  • Transportiertes Modell
    • Komplett in der Base: Behaltet es.
    • Nicht komplett in der Base: Gebt es dem Schiedsrichter.
R15 – Verlust
  • Verliert der nicht beeinflusste Roboter Kontakt mit etwas, was er transportiert, muss dieses verlorene Objekt zur Ruhe kommen.
  • Ist es bewegungslos, passiert Folgendes mit dem transportierten Objekt, abhängig von seiner Position:
    • Komplett in der Base: Behaltet es.
    • Teilweise in der Base: Gebt es dem Schiedsrichter.
    • Komplett außerhalb der Base: Lasst es dort, wo es ist, liegen
R16 – Unerwünschter Eingriff
  • Es ist nicht erlaubt, das andere Team negativ zu beeinflussen, es sei denn, es ist Teil einer Aufgabe.
  • Wenn das andere Team versucht Punkte zu erreichen, aber scheitert, weil ihr oder euer Roboter das durch eine nicht erlaubte Aktion verhindert, erhält das Team die Punkte trotzdem.
R17 – Schaden am Spielfeld
  • Wenn der Roboter Klettkleber-Verbindungen löst oder Aufgabenmodelle zerstört und dadurch die Aufgabenerfüllung offensichtlich vereinfacht oder möglich macht, werden diese Aufgaben nicht gewertet.
R18 – Ende des Matches
  • Wenn das Match endet, bleibt alles wie es ist.
  • Wenn sich euer Roboter noch bewegt, stoppt ihn so schnell wie möglich und lasst ihn an Ort und Stelle stehen. Veränderungen nach dem Endsignal zählen nicht.
  • Danach gilt: Hände weg von allem, bis der Schiedsrichter es zum Wiederaufbau freigibt.
R18 – Auswertung
  • Auswertungsbogen / Auswertungssoftware: Der Schiedsrichter vollzieht eure Aktionen nach und inspiziert mit euch das Spielfeld - Aufgabe für Aufgabe.
    • Wenn ihr mit allem einverstanden seid, unterschreibt ihr den Bewertungsbogen oder bestätigt die Punkte in der Software. Der Punktestand ist dann endgültig.
    • Wenn ihr nicht einverstanden seid, entscheidet der Oberschiedsrichter.
  • Bestes Match: Nur das beste Ergebnis eurer drei Vorrunden-Matches zählt und ist für die Gesamtwertung und für die Qualifikation für eventuelle Finalrunden wichtig.
  • Unentschieden: Gibt es ein Unentschieden zwischen Teams, wird das zweit- sowie das drittbeste Ergebnis verwendet, um zu entscheiden. Wenn noch immer keine Entscheidung getroffen werden kann, entscheidet die Wettbewerbsleitung über das weitere Verfahren.

Grundlegende Änderungen für 2016/17

Es gibt keine „Sicherheitszone“ mehr. Der gesamte Viertelkreis-Bereich ist die Base. Die innere Linie hat keine Bedeutung. (D07)

  • Die Höhenbegrenzung der Base ist abgeschafft. Es gibt also keine Begrenzung mehr, wie groß ein Roboter beim Start sein darf. (D07)
  • Bei Beeinflussung des Roboters, wird alles Material, das zu dem Zeitpunkt transportiert wird und nicht vollständig in der Base ist, immer an den Schiedsrichter gegeben und kann nicht mehr verwendet werden. Das gilt auch für Material, das vorher schon in der Base war. (R14)
  • Verlorene Objekte, die teilweise in der Base sind, werden immer an den Schiedsrichter gegeben und können nicht mehr verwendet werden. (R15)
  • Eine Lagerung auf dem Spielfeld, außerhalb der Base, ist nicht mehr erlaubt. (R10)
  • Es gibt keine „Ordnungsstrafe“ mehr.
  • Die Verantwortlichkeit des lokalen Oberschiedsrichters wurde gestärkt. (GP05, R19)
  • Die „Vorteil im Zweifelsfall“-Regel wurde gestärkt. (GP03)
  • Die Lagerung von Objekten in einer mitgebrachten Kiste und auf dem Boden ist erlaubt. Diese Objekte gelten am Ende als „in Base“. (R12)

Fragen zum Robot-Game, Regelwerk & Spielfeldaufbau

  • Wichtige Fragen werden im „FLL Fragen & Antworten“-Bereich für alle Teams veröffentlicht.
  • Für offizielle Antworten auf Fragen bezüglich des Wettbewerbes schickt eine E-Mail an: fll@hands-on-technology.org oder eine Nachricht über Facebook.
  • Fragen werden zeitnah beantwortet.

Alle Wettbewerbsdokumente zum Robot Game gibt es als PDF-Dateien zum Herunterladen - geht zurück zur Übersicht und zu Downloads. Denkt daran, mit eurem Team auch den FIRST LEGO League Forschungsauftrag zu bearbeiten!